Sozialpsychologie des Internet

Nicola Döring

Hogrefe - Verlag für Psychologie

1. Auflage (1999)


ISBN   3 - 8017 - 1255 - 9


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Preis Preis: DM 69,-- / sFr. 60,-- / öS 504,--

ISBN   3 - 8017 - 1255 - 9
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Umfang 516 Seiten, zahlreiche Tabellen und Abbildungen

 

Umschlag Softcover-Umschlag mit Grafik von Monika Webers (Saarbrücken)

 

Inhalt

Das Buch liefert eine umfassende und systematische Aufarbeitung sozialpsychologischer Bedingungen, Merkmale und Folgen der Internet-Nutzung. Die unterschiedlichen Formen zwischenmenschlicher Textkommunikation im Netz werden differenziert beschrieben und die zehn wichtigsten Theorien zur computervermittelten Kommunikation diskutiert. Weiterhin zeigt das Buch auf, wie und mit welchen Ergebnissen die gängigen sozialpsychologischen Identitäts-, Beziehungs- und Gruppentheorien auf den Internet-Kontext anwendbar sind.

 

Rezensionen

 

Leseproben Als Leseproben stehen die Einführung (S. 11-14) sowie drei Unterkapitel zur Verfügung:

Kap. 1.4   Gesellschaftliche Bedeutung des Internet (S. 27-32)

Kap. 4.7   Popularität sexualbezogener Internet-Angebote (S. 160-169)

Kap. 5.5   Ethische Probleme der Internet-Forschung (S. 201-206)

Die jeweiligen Online-Texte sind durch zahlreiche externe Links angereichert (z.B. Verweise auf die Homepages von Institutionen oder wichtigen Autorinnen und Autoren).

Zudem steht das komplette Literaturverzeichnis (S. 477-503) der Arbeit hier zur Verfügung. Von allen verwendeten Online-Quellen wurden zusätzlich lokale Kopien erstellt, um das Material auch zukünftig verfügbar zu halten. Geboten wird also ein kleines Online-Archiv zur sozialwissenschaftlichen Netzforschung.

 

Kapitel

Einführung

1   Kennzeichen des Internet

1.1   Entstehung und Definition des Internet
1.2   Zugang zum Internet
1.3   Internet, Online-Dienste und Mailbox-Netze
1.4   Gesellschaftliche Bedeutung des Internet
1.5   Zusammenfassung

2   Zeitversetzte Kommunikation im Internet

2.1   Zeitversetzte computervermittelte Kommunikation
2.2   Email
2.3   Mailinglisten
2.4   Newsgroups
2.5   WWW-Seiten
2.6   Zusammenfassung

3   Zeitgleiche Kommunikation im Internet

3.1   Zeitgleiche computervermittelte Kommunikation
3.2   Chat
3.3   Chat-Channels und Chat-Rooms
3.4   MUDs
3.5   Neuere synchrone Dienste
3.6   Zusammenfassung

4   Die Internet-Population und ihre Nutzungsmuster

4.1   Größe der globalen Internet-Population
4.2   Soziodemografie der globalen Internet-Population
4.3   Bundesdeutsche Internet-Population
4.4   Zeitbudget für Internet-Nutzung
4.5   Dienste der Internet-Nutzung
4.6   Ziele und Inhalte der Internet-Nutzung
4.7  Popularität sexualbezogener Internet-Inhalte
4.8   Zusammenfassung

5   Methodische Erfassung computervermittelter Kommunikation

5.1   Beobachtung
5.2   Mündliche Befragung
5.3   Schriftliche Befragung
5.4   Experiment
5.5   Ethische Probleme
5.6   Zusammenfassung

6 Theoretische Modellierung computervermittelter Kommunikation

6.1   Kanalreduktion
6.2   Herausfiltern sozialer Hinweisreize
6.3   Rationale Medienwahl
6.4   Normative Medienwahl
6.5   Interpersonale Medienwahl
6.6   Soziale Informationsverarbeitung
6.7   Simulation
6.8   Imagination
6.9   Digitalisierung
6.10 Kulturraum
6.11 Medienökologisches Rahmenmodell
6.12 Zusammenfassung

7   Identitäten und Internet

7.1  Identitäten
7.2  Mediale Umgebungen und Identitäten
7.3  Veränderung bestehender Identitäten durch Internet
7.4  Entwicklung neuer Identitäten im Internet
7.5  Die These vom Identitätsverlust
7.6  Zusammenfassung

8   Soziale Beziehungen und Internet

8.1  Soziale Beziehungen
8.2  Mediale Umgebungen und soziale Beziehungen
8.3  Veränderung bestehender Beziehungen
8.4  Entwicklung neuer Beziehungen
8.5  Die These vom Beziehungsverlust
8.6  Zusammenfassung

9  Gruppen und Internet

9.1  Gruppen
9.2  Mediale Umgebungen und Gruppen
9.3  Veränderung bestehender Gruppen
9.4  Entwicklung neuer Gruppen
9.5  Die These vom Gemeinschaftsverlust
9.6  Zusammenfassung

10 Diskussion

Anhang

Literatur

 

Korrekturen Inhalte:

In Kap. 4.7 fehlt auf Seite 168 der aktuelle Stand zum CDA (Communication Decency Act) und zum Nachfolge-Gesetz COSA (Child Online Protection Act). Dieser Mangel ist in der Online-Version von Kap. 4.7 behoben.

In Kap. 6.3 fehlt eine Erwähnung des Messaging Threshold-Ansatzes von Fraser Reid et al. (1996). Der Messaging Threshold-Ansatz (Reid, Malinek, Stott & Evans, 1996) präzisiert die Grundaussage des Modells der rationalen Medienwahl, demgemäß wir in Abhängigkeit von Situation und Kommunikationsaufgabe bewusst entscheiden, welches Medium wir nutzen oder nicht nutzen (Kosten-Nutzen-Kalkül). Bei rationaler Medienwahl (die durchaus auch emotionale Konsequenzen der Mediennutzung einbezieht) erweist sich computervermittelte Kommunikation per definitionem als nützlich und nicht als schädlich. Der Messaging Threshold-Ansatz geht davon aus, dass aktive Beteiligung an computervermittelter Kommunikation (z.B. Mitteilung an eine Mailingliste schicken) es erfordert, zunächst eine vornehmlich technisch bedingte Hemmschwelle (threshold) zu überwinden (z.B. Computer und Modem einschalten, Mailprogramm öffnen, Botschaft tippen, Adresse heraussuchen usw.), während eine mündliche Bemerkung oder nonverbale Reaktion spontan veräußert wird und keiner entsprechenden Vorbereitung oder Anstrengung bedarf. Gemäß Messaging Threshold-Ansatz wird die Hemmschwelle zur aktiven Beteiligung an computervermittelter Kommunikation situationsbedingt immer dann überwunden, wenn die intendierte Mitteilung dringlich (urgency) und/oder relevant (relevance) ist. Urgency und Relevance sind als Präzisierungen der Nutzen-Komponente im Kosten-Nutzen-Kalkül anzusehen und ihrerseits situationsabhängig: Bei der Teilnahme an einer wissenschaftlichen Chat-Diskussion, in der es mir und anderen primär um Fachinformationen geht, werde ich kaum Beiträge schicken, die rein sozioemotionale Bedeutung haben, denn diese erscheinen im betreffenden Kommunikationskontext weder dringlich noch wichtig genug, als dass ich dafür die Mühe des Tippens auf mich nehme. Befinde ich mich dagegen in meinem angestammten geselligen Chat-Forum, wo es mir darum geht, Bekannte auf mich aufmerksam zu machen und Spaß zu haben, werde ich viele - ggf. auch belanglos erscheinende - Mitteilungen tippen, denn in der aktuellen Situation für meine Bezugsgruppe sichtbar zu sein, erfüllt gerade die Kriterien der urgency und relevance. Der Messaging Threshold-Ansatz als nutzerzentrierter Ansatz wendet sich explizit gegen die technikdeterministische Auffassung des Filter-Modells (siehe Kap. 6.2) und betont im Sinne der Medienökologie die soziotechnischen Nutzungskontexte (Kap. 6.11). Empirische Evidenzen für den Messaging Threshold-Ansatz wurden in Laborexperimenten gewonnen, in denen sich herausstellte, dass in Abhängigkeit von Gruppenkontext und Kommunikationsaufgabe, die Beitrags-Häufigkeit bei der computervermittelten Kommunikation inhaltsspezifisch variierte und nicht etwa generell reduziert war.

Quelle: Reid, F.J.M., Malinek, V., Storr, C.J.T. & Evans, J.St.B.T. (1996). The messaging threshold in computer-mediated communication. Ergonomics, 39 (8), 1017-1037.

 

Literaturverzeichnis:

fehlend: Pantle, H. (1996). Unterschiede persönlicher Homepages. Hausarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin, Seminar für Kulturwissenschaft. [Online-Dokument] URL http://www.informatik.hu-berlin.de/~pantle/Arbeiten/Homepages.html
lokale Kopie: Homepages.html

fehlend (zitiert auf S. 145): Kielholz, A. (1998). Jugendliche und Internet - Geschlechtsunterschiede in Nutzungsart, Nutzungsmotiven und Einstellung. [Unveröffentlichte Lizentiatsarbeit, Institut für Psychologie, Universität Bern] URL http://visor.unibe.ch/~agnet/

fehlerhaft: Rice, R.E. (1993). Media Appropriateness. Using Social Presence Theory to Compare Traditional and New Organizational Media. Human Communication Research, 19 (4), 451-484. (S. 496)

 

Autorin

Nicola Döring, Dr. phil., Dipl.-Psych.,
arbeitet als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft (IfMK) der TU Ilmenau.

 

Persönliche Homepage www.nicoladoering.de oder www.nicoladoering.net
Email-Adresse Nicola.Doering@TU-Ilmenau.de
Post-Adresse Am Eichicht 1, D-98693 Ilmenau

Kritische Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge zum Buch sowie zur Buch-Homepage sind hochwillkommen. Wenden Sie sich einfach per Email an die Autorin.

 


Nicola.Doering@TU-Ilmenau.de
1. Juni 1999, letzte Änderung: 25. Januar 2001