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Virtualisierung der Hochschullehre

Nicola Döring

Vortrag im Kolloquium des Instituts für Empirische und Angewandte Soziologie (EMPAS)
der Universität Bremen (1. Februar 2001, 17.00-19.00 Uhr)


Spätestens im Jahre 2005 werden die deutschen Hochschulen im direkten Wettbewerb mit privaten Anbietern stehen. Mehr als die Hälfte aller Studierenden wird dann virtuelle Studienangebote nutzen, so das Expertenpapier "Szenario 2005", das die Professoren J. L. Encarnação, Wolfgang Leidhold und Andreas Reuter für den Expertenkreis "Hochschulentwicklung durch neue Medien" verfasst haben.

Diesen Virtualisierungs-Visionen steht in der Schul- und Hochschul-Realität bis heute jedoch eine bescheidene, ja oftmals sehr frustrierende Medienpraxis gegenüber. Innerhalb der bestehenden Strukturen der Präsenzhochschulen experimentiert man mehr oder minder erfolgreich mit der Teilvirtualisierung klassischer Veranstaltungsformen wie Vorlesungen, Übungen oder Seminaren. Doch nicht nur der "normale" Hochschulalltag konfrontiert Virtualisierungswillige mit organisatorischen, technischen und didaktischen Schwierigkeiten. Sogar in den auf multimediales und vernetztes Lernen spezialisierten Pilotprojekten zur virtuellen Hochschule gibt es mehr Umsetzungsprobleme als erwartet. Wo es zur Realisation virtueller Szenarien kommt, ist die Kosten-Nutzen-Bilanz oft ungünstig. Meist kann die Evaluationsforschung keine einschlägigen Lernverbesserungen gegenüber traditionellen Unterrichtsformen nachweisen. Mit Thomas Russell spricht man bei der Bewertung moderner Bildungstechnologie deshalb auch schon vom "No Significant Difference Phenomenon" [Link neuerdings tot].

Zwischen Euphorie und Ernüchterung spielt sich der Virtualisierungs-Diskurs ab. Was bedeutet dies für die Hochschuldidaktik und die einzelnen Lehrenden und Lernenden? Wie und wo können wir ansetzen, um sinnvoll virtueller zu werden? 

 


Link-Liste

 

Trend zum virtuellen Lehren:

- Szenario 2005

- bmb+f-Programm "Neue Medien in der Bildung" 390 Mio DM

Drei Ansätze beim virtuellen Lehren:

- Teleteaching

Bsp. Tele-Ringvorlesung von VIROR (Virtuelle Hochschule Oberrhein)

Bsp. Televorlesung: Prof. Britta Schinzel "Informatik und Gesellschaft" mit ausführlichen Erfahrungsberichten 1997/1999 (Freiburg)

Bsp. Teleseminar: Dr. Claudia Bremer "Telearbeit/Telelernen" als anspruchsvolles interuniversitäres Modell (Frankfurt/Main)

- Multimedia-Module

Bsp. Module mit Theorie und Aufgaben: Prof. Josef Honerkamp "Statistische Physik" (Freiburg)

Modul-/Material-Datenbanken: ARIADNE (nicht frei zugänglich) - MERLOT (frei zugänglich)

- Web Based Teaching

Bsp. Webangebot für Präsenzveranstaltung: Dipl.-Inf. Dipl.-Psych. Martin Christof Kindsmüller "HTML, JavaScript & mehr" mit Newsboard und Projektarbeiten der Studierenden via Web (FU Berlin)

Bsp. Digital Teaching Plattform (Jena) und weitere Software-Plattformen für virtuelle Lehre: Campussource

Problematik der Moderation von Online-Foren: Gilly Salmon: E-Moderating