[Homepage Nicola Döring]


Sexualität im Internet

Döring, Nicola (1998). Sexualität im Internet (Kapitel 11).
In Thomas Krüger & Joachim Funke (Hrsg.), Psychologie im Internet.
Weinheim: Beltz Verlag.


 

Zusammenfassung

Der Beitrag geht zunächst auf die öffentliche Internet-Sex-Diskussion ein, in der sich zwei Positionen gegenüberstehen: Einerseits die alarmierte Position, die das Internet als Forum der Kriminalität, Perversion und Pornographie brandmarkt und somit sexualbezogenen Internet-Gebrauch intensiv, aber ablehnend und moralisierend behandelt. Andererseits die beschwichtigende Position, die das Internet als seriöses Forum des Informationsaustauschs hochhält und somit eine ausgedehnte Thematisierung sexueller Netzaktivitäten übertrieben, überflüssig und unseriös findet. Ob man sexuelle Internet-Aktivitäten nun moralisch verurteilt oder für unbedeutend erklärt – beide Positionen bleiben aus psychologischer Sicht unbefriedigend, weil sie sich nicht verständnissuchend und differenziert damit auseinandersetzen, was Menschen sexualbezogen im Netz tun.

Sexualbezogene Internet-Aktivitäten lassen sich in drei Bereiche aufgliedern:

  1. Informationssuche und Erfahrungsaustausch über Sexualität,
  2. Umgang mit erotischen und pornographischen Darstellungen,
  3. Sexuelle Interaktionen und Beziehungen.

In allen drei Bereichen artikulieren sich vielfältige psychosoziale Bedürfnisse, und nicht minder facettenreich sind die Realisationsformen, die die Beteiligten finden. Ziel des Beitrags ist es, diese Vielfalt zu erkunden. Dabei werden Normen richtigen Begehrens ebenso hinterfragt wie tradierte Vorstellungen über weibliche und männliche Sexualität.

 


Korrekturen zum Beitrag

Die Newsgroup de.talk.sex wurde (wie im Beitrag angekündigt) inzwischen tatsächlich umbenannt. Und zwar in de.talk.liebesakt. Auf diese Weise will und kann man der Überflutung durch Werbung entgehen, die das Schlüsselwort "sex" im Gruppennamen üblicherweise provoziert.

Im Literaturverzeichnis fehlt eine Angabe:
Stone, Sandy (1995). The war of technology and desire at the close of the mechanical age. Cambridge: MIT Press.