[Homepage Nicola Döring]

 

Hauptstudium Angewandte Medienwissenschaft (Bereich: Medieninnovationen)

Forschungsseminar:
Selbstdarstellung im WWW
Nicola Döring

Mit, 19.00 - 20.30 Uhr im PC-Pool (RTK 4)
WS 2000/2001

letztes Update: 1. November 2000

 

Thema

Persönliche Homepages etablieren sich zunehmend als Medien der privaten und beruflichen Selbstdarstellung. Dennoch gibt es bislang kaum empirische Studien zur WWW-basierten Selbstdarstellung von Einzelpersonen. In der Fachliteratur und in der breiten Öffentlichkeit gehen die Meinungen auseinander: Manche loben Persönliche Homepages als ideale Hilfsmittel der Identitätsentwicklung und Karriereförderung. Andere kritisieren sie dagegen als weitgehend belanglosen oder gar geschmacklosen Ausdruck narzisstischer und exhibitionistischer Motive. Ziel des Forschungsseminars ist es, die Persönliche Homepage als eine innovative Form der medialen Selbstdarstellung von Einzelpersonen systematisch zu untersuchen. In Kleingruppen erarbeiten die Studierenden medienpsychologisch fundierte Forschungsfragen, die sie anhand eigener Datenerhebungen beantworten.


Arbeitsgruppen

Gruppe A
Kristin Schleider, Marko Jänich, Hendrik Daum

Die persönliche Homepage als Ausdruck von Medienkompetenz - Gestaltungsmerkmale und Gestaltungsfehler auf persönlichen Homepages von Studierenden. Im Vergleich stehen Studierende technischer, sozialwissenschaftlicher und künstlerischer Studiengänge in Deutschland.

Gruppe B
Steffi Krannich, Christina Jäger, Martin Thormann, Silvia Kaufer

Die persönliche Homepage als Medium der Identitätskonstruktion - Darstellung privater und studentischer Identität auf persönlichen Homepages von Studierenden. Verglichen werden Studierende eines technischen und eines sozialen Studiengangs in Deutschland.

Gruppe C
Ralph Klein, Daniela Sauer

Selbstdarstellung von Politikern und Sportlern aus Deutschland auf ihren persönlichen Homepages. Analyse der inhaltlichen und gestalterischen Merkmale sowie der sozialen Kommunikationsmöglichkeiten der Internetpräsentationen beider Berufsgruppen.

 

 



Literatur

 

Kleinere Empirische Studien:

Buten, John (1996). Personal Home Page Survey. [Online-Dokument]
URL http://www.asc.upenn.edu/USR/sbuten/phpi.htm

36-Item-Online-Fragebogen, n=121 Fragebögen (englischsprachig, 14%
Frauen, 86% Männer), Zufallsstichprobe HPs des US-Staates Pennsylvania

Dubi, Miriam; Lauper-DelPonte, Sandra; Schlapbach, Marie-Louise &
Witschi, Isavelle (1998). Geschlechtsunterschiede in bezug auf die
Gestaltung privater Homepages. Seminararbeit im Seminar "Psychologische
Forschung zur Internet-Kommunikation" am Lehrstuhls für Wahrnehmung und
Kognition der Universität Bern (WS 97/98) [Online-Dokument] URL
http://visor.unibe.ch/media/winter97/Sozialisation.html#Projekt2

12-Item-Kriterienkatalog, n=60 Homepage-Analysen (deutsch- und englischsprachig, 50% Frauen, 50% Männer), Gelegenheitsstichrpobe aus HP-Verzeichnissen: "Durch die Selektion aus englisch- und deutschsprachigen Homepageverzeichnissen resultierte eine Stichprobe mit hoher Variabilität in bezug auf Alter und Beruf der Personen (z.B. ein 14- jähriges amerikanisches Mädchen oder ein 30-jähriger Schweizer Buchhalter)." Inhaltsanalyse anhand von 12 Kriterien (7 Gestaltung: z.B. Farbwahl, Zähler, Gästebuch, Aktualisierung, Verlinkung und 5 Inhalte: Fotos, Themen, Lebenslauf, Kontaktmöglichkeiten). Anmerkung: Aufteilung nicht sehr schlüssig, da einerseits Gästebuch unter Gestaltung, andererseits Email-Kontaktmöglichkeit unter Inhalt fällt. Ergebnisse: Insgesamt zeigt die
Analyse deutlich mehr Gemeinsamkeiten (z.B. Lebenslauf, Umgang mit Fotos usw.) als Unterschiede. Die Autorinnen vermuten, dass Alter und Beruf ggf. stärkere Einflussfaktoren sind als das Geschlecht.

Pantle, Henrik (1996). Unterschiede persönlicher Homepages. Hausarbeit an der
Humboldt-Universität zu Berlin, Seminar für Kulturwissenschaft.
[Online-Dokument] URL http://www.informatik.hu-berlin.de/~pantle/Arbeiten/Homepages.html

offene Email-Befragung n=22 (27% Frauen, 73% Männer) Homepage-BesitzerInnen. Intuitive Inspektion von n=?? persönlichen Homepages (willkürliche Stichprobe, deutsch- und englischsprachig, UV: Geschlecht, Alter, Provider, AVs: Inhalte, Gestaltung, Verlinkung).
Hauptergebnisse: Frauen verlinken mehr zu anderen Frauen. HPs auf Universitäts-Servern sind weniger professionell aufbereitet als solche auf kommerziellen Servern.

 

Kommentare:

Friebe, Timm (1999). PRIVATE HOMEPAGES: Unerträglicher Schrott oder
Aufbruch in ein neues Zeitalter der Völkerverständigung? [Online-Dokument]
URL http://www.enz.de/timmsworld/Privat.Htm

Ortmann, Sabrina (1999). Im privaten Glashaus. Homepages im
deutschsprachigen Web boomen. Nur ein Modetrend? Nein, denn ist sie gut
gemacht, kann sich eine eigene Site für Studenten lohnen. [Online-Dokument]
http://www.berlinerzimmer.de/ortmann/journalismus/glashaus.html

 

Gestaltungsrichtlinien:

Nielson, Jakob
http://www.useit.com/alertbox/9605.html

Das Homepage Magazin
http://www.homepagemagazin.de/

 

Humor:

Hirnwech.de: Schlechte persönliche Homepages:
http://www.hirnwech.de/cats.php3?cid=8&sid=  

Worst of the Web:
http://www.worstoftheweb.com/

 


Leistungsanforderungen für den benoteten Schein

 

1.   Regelmäßige Teilnahme an allen Sitzungen

2.   Mündliches Referat (systematische und mediengestützte Präsentation des aktuellen Arbeitsstandes nach Aufforderung in einer beliebigen Seminarsitzung)

3.   Schriftliche Hausarbeit (ca. 15 Seiten im Stil eines wissenschaftlichen Forschungsberichtes, abzugeben bis spätestens 7. Februar 2001).

 


Arbeitsweise

Einzeln oder in Gruppen (2 bis maximal 4 Personen) wird eine empirische Studie zur Selbstdarstellung im WWW (Persönliche Homepages, auf Wunsch auch: Institutionelle Homepages) durchgeführt. Die Studie umfasst systematische Datenerhebung und Datenauswertung. Sie wird in einer mündlichen Präsentation dargestellt und in einem Forschungsbericht dokumentiert. Die Seminarsitzungen werden in erster Linie für individuelle Forschungsberatung der Gruppen genutzt, zudem finden Gruppen-Präsentationen oder kurze Informationsvorträge durch die Dozentin statt. Im Mittelpunkt aber steht die praktische Forschungsarbeit, wobei es darum geht, in einem kleinen medienbezogenen Projekt die Standards wissenschaftlichen Arbeitens anzuwenden und tatsächlich auch interessante Erkenntnisse zu gewinnen.